In den letzten Jahren erfreut sich Pilgern zunehmender Beliebtheit. Im Mostviertel hat das achtsame Gehen eine lange Tradition. Viele Pilgerwege durchziehen die Region, die meisten führen nach Mariazell.
Pilgern wird heute gerne als bewusste Entschleunigung vom Alltag und als „Wellness für Körper und Seele“ genutzt. Und da ist man auf den Pilgerwegen im Mostviertel genau richtig: Sie verbinden nicht nur Stätten der Kraft, sondern sind selbst Plätze voller landschaftlicher Schönheit und Ruhe. Zudem bemühen sich viele spezialisierte Angebote, zertifizierte Gastgeber:innen und ausgebildete Pilgerbegleiter:innen um ein besonders schönes Pilgererlebnis.
Der bekannteste Pilgerweg ist die Via Sacra, die Wien mit Mariazell verbindet. In den Gnadenort führen auch der Wiener Wallfahrerweg, der Pielachtaler Pilgerweg, der zum Radpilgern einladende Traisental-Radweg und der Oberösterreichische Mariazellerweg. Der Sonntagbergweg, die Via Trinitatis und der Manker Wallfahrerweg sind lokale Pilgerwege. Von überregionaler Bedeutung ist außerdem der österreichische Jakobsweg mit einigen besonders schönen Teilstücken im Mostviertel.
Die von Brunn am Gebirge (nahe Wien) nach Mariazell führende Via Sacra gilt als traditionsreichster Pilgerweg Österreichs.
Die „Heilige Straße“ ist der älteste und wohl auch populärste Wallfahrtsweg Österreichs. Auf der traditionsreichen Route gibt es ein umfangreiches Angebot an Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten sowie geführten Pilgerwanderungen.
Der Wiener Wallfahrerweg 06 ist sozusagen der jüngere, sportlichere, naturliebende Bruder der geschichtsträchtigen Via Sacra.
Auch er führt von Wien (genauer: von Perchtoldsdorf) nach Mariazell und verläuft bis Kaumberg nahe des historischen Pilgerwegs. Dann allerdings zweigt er in den alpineren Süden ab und leitet durch urwüchsige Wald- und Wiesengebiete über den Unterberg, Rohr im Gebirge und St. Aegyd am Neuwalde zum Gnadenort.
Der Oberösterreichische Mariazellerweg führt von Linz nach Mariazell und verläuft ungefähr zur Hälfte in Oberösterreich und im Mostviertel.
Der Ausgangspunkt ist die Wallfahrtskirche am Pöstlingberg bei Linz. Die Route führt dann zum berühmten Stift St. Florian. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: zum einen die Route nach Süden über Steyr, oder direkt über das Stift Seitenstetten und den Sonntagberg. In Ybbsitz treffen sich die beiden Wege wieder. Je nach Route ist der Pilgerweg 146 bis 158 Kilometer lang und in 7 bis 8 Tagen zu bewältigen.
Immer der Mariazellerbahn nach: Der besonders schön geführte Pielachtaler Pilgerweg folgt der beliebten Schmalspurbahn von St. Pölten bis nach Mariazell.
Einer der landschaftlich schönsten und spirituell anregendsten Pilgerwege im Mostviertel führt von St. Pölten durch das Pielachtal bis nach Mariazell. Auf dem Weg durch das für seine Dirndln (= Kornelkirschen) bekannte Tal erlebt man, wie die sanften Hügel des Voralpenlandes allmählich an Höhe gewinnen und schließlich gegen die breiten Schultern des Ötschers branden.
Der Sonntagbergweg führt auf alten Pilgerwegen von der Wallfahrtskirche in Maria Taferl zu jener auf dem Sonntagberg.
So verbindet er zwei der bedeutendsten Wallfahrtsorte Niederösterreichs und das Donau-Ufer mit dem Mostviertler Hügelland. Die Pilgerreise ist in drei Etappen mit ca. 78 Kilometern relativ einfach begehbar.
Auf der Via Trinitatis können Pilgernde in vier oder fünf Tagesetappen die kontrastreiche Landschaft und Kulturregion rund um den Sonntagberg entdecken.
Der Sonntagberg ist auf dem Rundweg immer wieder aus verschiedenen Perspektiven zu sehen.
Der Pilgerweg führt vom Zentrum der Stadt St. Pölten überwiegend auf Feldwegen nach Mank.
Anfangs befindet man sich auf dem Pielachtaler Pilgerweg und wandert dann teilweise auf Römerwegen weiter Richtung Mank. Auf vielen Wegstrecken sieht man den Ötscher und das beeindruckende Bergpanorama des Alpenvorlandes. Der Weg führt an Kapellen vorbei, die zum besinnlichen Verweilen einladen.
Hügelauf und hügelab führt uns dieser Abschnitt des Jakobsweges durch eine großteils landwirtschaftlich geprägte Landschaft im Mostviertel.
Über Weideländer, durch Maisfelder und an der herrlichen Donau entlang pilgert man von der Wallfahrtsbasilika Maria Taferl bis nach Linz zum Pöstlingberg und genießt auf weiten Strecken die Ruhe der Mostviertler Kulturlandschaft.